Drei Arten von Aktivitäten im Freien
Jan Gehl, der dänische Architekt, dessen Life Between Buildings erstmals 1971 erschien, unterteilt Aktivitäten im Freien in drei Gruppen. Notwendige Aktivitäten, etwa der Weg zur Arbeit oder das Warten auf einen Bus, finden unter fast allen Bedingungen statt. Optionale Aktivitäten, etwa in der Sonne sitzen oder einen längeren Weg durch den Park nehmen, finden nur statt, wenn die Umgebung dazu einlädt. Soziale Aktivitäten, etwa Gespräche, Spiel und zufällige Begegnungen, entstehen aus den beiden ersten, wenn Menschen den Raum lange genug teilen.
Die praktische Lehre lautet: Die Verbesserung eines Ortes verändert selten die Zahl der notwendigen Wege, die ihn durchqueren, kann aber stark verändern, wie viele optionale und soziale Aktivitäten dort stattfinden. Fragen Sie bei der Bewertung Ihres Untersuchungsgebiets, welcher Anteil der erfassten Aktivitäten optional war. Ein Ort voller Menschen, die lediglich vorbeigehen, ist im umfassenderen Sinne Gehls noch kein öffentlicher Raum.
Lektion 2.2Komfort kommt zuerst
Whytes meistzitierte Erkenntnis lautet, dass Menschen dort am meisten sitzen, wo es Sitzgelegenheiten gibt. Das klingt selbstverständlich, doch viele Plätze der 1960er Jahre wurden mit Sitzkanten gebaut, die zu hoch, zu schmal oder zu glatt waren, um sie zu nutzen. Zu seinen Empfehlungen gehörten Sitzkanten, die so tief sind, dass man von beiden Seiten darauf sitzen kann, eine Mischung aus Sonne und Schatten, Bäume, Wasser und Essensangebote. Am wichtigsten waren bewegliche Stühle, weil sich Menschen so nach Sonne, Gesellschaft oder Privatsphäre ausrichten können.
Vergleichen Sie in Ihren Notizen besetzte und leere Sitzplätze. Erklären Sie den Unterschied anhand von Komfortfaktoren: Ausrichtung zur Sonne, Windschutz, Rückenlehne, Aussicht, Lärm und Nähe zu Aktivitäten.

